Hanna Goldfisch und die wilde 13

What do you do with a drunken sailor?

Kids from the Hill

EINMAL IM JAHR

Und jährlich grüßt das Murmeltier.. das hässliche, fette, einäugige Murmeltier namens Geburtstag. Dieser Tag ist wie Ostern, nur dass man auf einmal selbst die Hasenohren aufgesetzt bekommt. Wie in meinem Text „Geburtstage und ich“ will ich aber weder, wie ein elendiger Haufen, im Bett liegen noch um die halbe Welt flüchten, nur um meinem Ehrentag zu entkommen. Dieses Jahr schmeiße eine fette Geburstagsfeier. Natürlich will ich nicht irgendeine Party. Ich will eine „megaoberaffentittengeile“ Party! Es geht ja schließlich nicht nur um meinen Geburtstag. Nein. Ich will mich mit dieser Sause in erster Linie bei meinen Leuten bedanken und zwar dafür, dass sie für mich da sind. Dieses Jahr am besten auf dem Wasser, in einem Boot, damit mir meine Freunde auch nicht abhauen, während ich sie mit Liebe überhäufe.

 

DIE SUCHE NACH DEM TRAUMSCHIFF

Circa zwei Wochen bevor die Fete de la Spree beginnen soll, mache ich mich auf die Suche nach einem Boot. Gar nicht mal so leicht, bei der mega großen Auswahl an Bootsverleihen, die Berlin zu bieten hat. Dank einer Flasche Wein und Svetlana, die mir bei der Recherche tatkräftig zur Seite steht, entscheiden wir uns für Spreeboote. Warum?

Die Seeflotte, die Spreeboote zur Auswahl hat, lässt jedes Matrosenherz höher schlagen. Außerdem ist die Anlegestelle nur einen Katzensprung von Friedrichshain entfernt und somit für uns leicht zu erreichen.

Das ist übrigens Svetlana

Valerian vom Spreeboote Team legt mir bei einem Telefonat das Boot mit dem glorreichen Namen „Helena“ ans Herz. An dieser Stelle nochmal ein fettes Danke an ihn, dass er uns bei der Auswahl unseres Traumschiffs so engagiert geholfen hat. Natürlich hat keiner der wilden 13 einen Bootsführerschein. Kurz bricht Panik aus. Zum Glück ist das aber kein Problem, weil wir anscheinend unseren Captain doppelt gezählt haben und in Wirklichkeit nur zu zwölft sind. Wie es der Zufall so will, sind die Spreeboote bis 12 Personen Führerscheinfrei. Ha!

Eindeutig nur EIN Kapitän.

LASSET DIE VORSTELLUNG BEGINNEN

Termin Check. Boot Check. Freunde Check. Wetter! - halber Check. Der Sommerhit Berlins ist dieses Jahr „Cry me a river“ und einen Tag vor unserer geplanten Boot-Party ist es permanent nur am schütten. Großartige Aussichten für einen unvergesslichen Tag auf der Spree. Natürlich bin ich die ganze Zeit am Wetter checken, aber entweder zeigt die Vorhersage Regen oder Wolken. Also eine 50:50 Chance. Till und ich verbringen die halbe Nacht mit Partyvorbereitungen und damit, einen Anti Regentanz aufzuführen. Siehe da; am nächsten Morgen haben wir Sonne und nur hier und da ein paar Wolken. Großartig.

 

AHOI MATROSEN

Lunchboxen sind gepackt, der erste Sekt knallt schon in der Birne und die Anspannung der letzten zwei Tage fällt komplett von mir ab. Zum Glück. Es gibt nichts Schlimmeres als einen gestressten Gastgeber. Mein Bruder Michael, der als erstes eintrifft, ist für die Feier extra von München nach Berlin gereist. Ich freue mich wie hulle, da er heute zum ersten Mal meinen ganzen verrückten Haufen kennenlernt.

 
 

Der Treffpunkt ist bei mir Zuhause und als dann endlich alle vollzählig sind, fahren wir mit der Tram Richtung Gustav- Holzmann- Straße. Von dort sind es zu Fuß nur 5 Minuten zum Bootsverleih. Mit einer halben Stunde Verspätung, die wir von Spreeboote for free bekommen, geht es ab aufs Boot. Nach einer 2 minütigen Anweisung stechen wir in See. Einen wirklichen Captain gibt es bei der wilden 13 natürlich nicht. So gut wie jeder lenkt das Boot. Außer ich. Ich bin schon viel zu voll, um noch einen Meter gerade aus zu schauen. Und so schippern wir die Spree auf und ab, trinken, essen und tanzen ausgelassen zu Pandamusik.

Panda, Panda, Panda!

Das Wetter ist perfekt für unsere Seefahrt, denn die ist nicht nur lustig, sondern dank der freundlichen Wolken auch Sonnengeschützt. Fast immer. Sobald die nämlich durchkommt, werden wir auf dem Boot gegrillt. Jeder, der die Spree kennt, weiß, dass der Fluss nicht unbedingt der Badespot Nummer eins ist. Aber nichts scheint meinem Bruder und mir so naheliegend, als mal eben kurz ins Wasser zu hüpfen. Zwar ist die Spree versifft und dreckig aber nach dem gefühlt hundertsten Drink, haben wir uns selbst die schön gesoffen. Mit einer fetten Arschbombe springen wir vom Boot und siehe da, es ist wirklich erfrischend. 

Muskelmicha stemmt sich ohne Probleme zurück auf die „Helena“, mich dagegen ziehen meine Freunde wie einen nassen Sack aus dem Wasser. Drei Tage später, habe ich immer noch wunderbare Andenken in Form von Blauen Flecken und Abschürfungen am Bauch.

 
Lunchboxen  
 
 
 
 
 
 
 

AFTER THE PARTY...

Die gebuchten 4 Stunden vergehen wie im Flug und als wir zurück zum Hafen schippern, haben wir fast zeitgleich den letzten Tropfen Vodka vernichtet. Perfekt. Keiner denkt ans Partyaus. Grzly, unser Kapitän, muss noch im Haubentaucher auflegen und wir entschließen uns spontan, dort gemütlich den Nachmittag ausklingen zu lassen. Also auf in den Haubentaucher. Die Wolken haben sich aufgelöst und wir loungen gemütlich im Sonnenschein neben dem Pool. Im Haubentaucher ist es überraschend leer und wir haben den Openair Club fast für uns allein. Von Grzly bekommen wir sogar noch 2 Flaschen Rosé aufs Haus zum weitersaufen. Prost! Und danke Grzly.

 
 
 
 

Als die Sonne langsam untergeht, lasse ich die letzten Ballons in den noch blauen Himmel steigen und schaue ihnen hinterher, bis sie nur noch ein paar kleine weiße Punkte am Horizont sind. Mein Blick fällt auf meinen Bruder, der die Luftballons auch die ganze Zeit beobachtet hat und ich werde plötzlich melancholisch.

Die letzten Jahre sind wie im Zeitraffer an mir vorbeigerast. Gestern war ich noch ein Kind, das mit seinem Bruder Staudämme im Bach gebaut hat und nun stehe ich plötzlich hier und gehe auf die dreißig zu.

Als ich in die Runde schaue und den lustigen, tanzenden Haufen so vor mir sehe, wird mir klar, dass es gar nicht so schlimm ist. Denn ich habe die besten Menschen um mich herum, die mich auf meiner Reise zum Älterwerden begleiten.

 
 
 
 
 

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