Hotelhopping in Las Vegas

und welche Erfahrungen wir damit gemacht haben

Hanna Goldfisch & Till van Loosen

WILLKOMMEN IN DER SPIELHÖLLE

Nachdem Death Valley uns einen kleinen Vorgeschmack auf 50 Grad im Schatten gegeben hat, fahren wir verbrannt und vom Schweiß verklebt nach Las Vegas. Mitten in der Wüste Kaliforniens haben sich vor vielen, vielen Jahren anscheinend alle Todsünden zusammengetan und beschlossen, ihre Kundenzentrale zu errichten. Den völligen Wahnsinn bei glühend heißen Temperaturen findest du also Wo? Vegas, Baby! Wir sind aufgekratzt wie kleine Affenbabys, bevor sie ihre Bananen bekommen. Ein riesen Disneyland für Erwachsene. Oder ein Ballermann in der Wüste, oder beides.

Die Architekten, die für die Planung der Hotels am Strip verantwortlich waren, hatten entweder

a) den besten LSD Trip ihres Lebens

oder

b) haben in Ihrer Legokiste gekramt und ihre Kindheitsfantasien zum besten gegeben.

Alle Sehenswürdigkeiten der Welt geballt an einem Ort. Tunnelfahrt durch Venedig, Eifelturm Romantik, gläserne Pyramiden, oder shoppen in „Griechenland“. Alles ist möglich. No Money für eine fancy Rundreise durch Europa? In Vegas gibt es die billige, laute, aufgedrehte Alternative. Wir werden von der Reizüberflutung dieser künstlichen Welt förmlich erschlagen. Stunden zuvor gab es nichts als das surren der Reifen auf Asphalt, Wüste und Felsformationen. Und plötzlich Bääm! Leuchten, Glitzern, Funkeln- und das Non Stopp. Die kleine Wüstenstadt mit ihrer Glücksspiel-Lizenz ist ein kleiner kleptomanischer Dracula, der dir zum einen unheimlich viel Energie aussaugt und zum anderen dein Geld aus den Taschen zieht. Gerade deswegen ist es unheimlich wichtig, sich schon vorher mit Übernachtungsmöglichkeiten in Vegas auseinanderzusetzen. Zum einen um ein wenig Geld zu sparen und zum anderen um einen vernünftigen Rückzugsort zu haben, an dem man abschalten kann. In 6 Tagen haben wir dreimal das Hotel gewechselt und euch hiermit ein Bestof Bettenhopping in Vegas zusammengestellt.

 

WARUM BETTENHOPPING

Aber was spricht eigentlich für ein Hotelhopping:

1) Las Vegas lebt von seinen verrückten Themenhotels. Jedes Hotel ist einzigartig und katapultiert dich in eine ganz eigene, verschrobene Welt des schönen Scheins. Ausprobieren ist ein Muss wenn man das Las Vegas Feeling hautnah erleben möchte, egal ob Dekadentes Popstardasein oder einfach nur Trailerpark Assiflavor.

2) Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Hotels zum Anfang der Woche durchschnittlich 30% günstiger sind, als zum Wochenende. Denn Las Vegas ist vor allem eins. TEUER! So haben wir uns anfangs den geilen Scheiß gegönnt und kehrten gegen Ende unseres Aufenthalts in eine billige Unterkunft für anonyme Spielsüchtige ein.

3) Das riesige Angebot hat uns einfach neugierig gemacht. Denn was gibt es besseres als morgens in Paris mit Croissants im Bett aufzuwachen und mittags als Pirat in Treasure Island seinen ersten Cocktail zu schlürfen.

 

 

kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Till van Loosen und Hanna Goldfisch  
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kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Hanna Goldfisch  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Skyline und Hanna Goldfisch  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Las Vegas  

HOTELHOPPING IN LAS VEGAS 

1.STOP DAS MANDARIN ORIENTAL

Unser Favorit ist definitiv das Mandarin Oriental, das komplett casinofrei ist. Klimpernde einarmige Banditen, Gegröle und Partypeople sind hier Fehlanzeige. Das Mandarin Oriental ist eine Oase der Ruhe, direkt am Strip und ist für Vegas Verhältnisse von außen betrachtet, recht unscheinbar. Wir betreten eine andere Welt, als wir im 23. Stock (des Mandarin Oriental) einchecken. Richtig, der Check in befindet sich nicht im Erdgeschoss wie in anderen Hotels, sondern ganz weit oben mit super Aussicht. Kein Wunder, dass das Personal so gut gelaunt und zuvorkommend ist. Das Zimmer, oder besser gesagt: die Suite, die wir zu einem „Schnäppchenpreis“ auf Expedia gebucht haben, ist der absolute Oberwahnsinn. Komplett verglast und somit voyeurfreundlich. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Wir rennen wie bescheuert durchs Zimmer und bewerfen uns schreiend mit Kissen um unsere Liebe für das Zimmer zum Ausdruck zu bringen. Nach dem freudigen Ausraster drücken wir wie wild alle Knöpfe auf den Fernbedienungen, um zu sehen, was dieses Hightechzimmer alles draufhat. Jetzt haben wir nur ein Problem. Wir wollen die Suite nie wieder verlassen. Draußen tobt das Leben, aber wir möchten uns lieber für immer in der freistehenden Badewanne suhlen und uns dabei das Wüstenpanorama zum Sonnenuntergang ansehen. Oder im Bett liegen und die funkelnden Lichter von Las Vegas bei Nacht ansehen.

Fazit: Wir waren wie zwei Schizophrene. Wenn wir auf dem Zimmer waren, wollten wir raus und als wir dann endlich draußen waren, wollten wir so schnell wie möglich wieder zurück ins Hotel. Wenn du in Vegas Ruhe brauchst und nach einem langen, anstrengenden Tag ausspannen möchtest, dann bitte im Mandarin Oriental. Allerdings kann es schnell passieren, dass du, wie wir, mehr Zeit im Hotel verbringst als draußen.

 

kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Hanna Goldfisch in Badewanne  
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kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Till van Loosen  

HOTELHOPPING IN LAS VEGAS 

2. STOP DAS PALAZZO 

Unsere zweite Unterkunft ist das Palazzo. Oder Venetian? Nein Palazzo. Verwirrt? Wir auch.Das Palazzo geht nämlich ohne Unterbrechung in das Venetian Hotel über und ist alles in allem ein riesengroßes Labyrinth. Eigentlich ist dort alles riesengroß. Understatement gibt es im Wortschatz des Palazzo nicht. Dafür dekadent und nicht zu vergessen riesig. Hatte ich schon riesig gesagt? Im Palazzo springt dir Bella Italia förmlich ins Gesicht. Am Eingang warten Gondeln, die den Besucher geradewegs in die Konsumhöhle aka Shoppingmall fahren. Italienisch amerikanisches Ständchen inklusive. Ansonsten bietet der Erlebnispalast aus Beton und Pappmaché noch eine 08/15 Fressmeile und nicht zu vergessen das Casino. Dort werden schön, in Bikini und Badelatschen ,am Roulettetisch, bei einer Zigarette und Drink, die letzten Hundert Dollar verspielt. Selbstverständlich bis zum Gefrierpunkt klimatisiert. Zum Check in bekommt man erstmal eine Landkarte fürs Hotel. Orientierungslos wie wir nun mal sind, ist die Karte für uns Gold wert. Was uns allerdings nicht davor schützt, uns zu verlaufen. Als wir auf der Etage unserer Fortuna Suite ankommen, schlägt uns zur Begrüßung der Geruch von Weed entgegen. Sympathisch. In unserem 90 qm Zimmer riecht es allerdings nur nach abgestandenem Rauch und man bekommt eine leise Vorahnung, welche Afterpartys hier schon stattgefunden haben. Und plötzlich vermissen wir unsere Freunde aus der Heimat, die mit uns betrunken das Zimmer zerlegen. Zu zweit fühlen wir uns in der Suite irgendwie verloren. Zum Glück haben wir durch das getönte Riesenfenster eine super Aussicht auf betrunkene Hotelgäste, die sich im Pool von links nach rechts rollen. Eine willkommene Ablenkung gegen die Einsamkeit.

Fazit: Wenn du in Vegas ordentlich auf die Kacke hauen und das Hangover Feeling am eigenen Leib spüren willst, bist du im Palazzo goldrichtig. Das Themenhotel bietet dir den typischen Vegas All Inclusive Urlaub der Superlative. Kann also gut möglich sein, dass du morgens mit Baby im Schrank und Tiger im Badezimmer aufwachst.

 

kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Bett Palazzo Hotel  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Zimmer Palazzo Hotel  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Palazzo Einkaufsmeile  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Aussicht Treasure Island  

HOTELHOPPING IN LAS VEGAS 

3. STOP DAS WESTGATE HOTEL

Würden wir nicht diesen Artikel verfassen, gäbe es in unserer Erinnerung auch kein Westgate. Nicht weil wir mit dem Hotel schlechte Erinnerungen verbinden (fast keine). Wir hätten es schlichtweg vergessen. Das Westgate ist im Vergleich zu den anderen lichterbehangenen Partybetonklötzen, eine graue Maus weit ab vom Strip. Sozusagen die Außenseiterin von den ganzen Partybitches. Eigentlich haben wir uns nur aus einem Grund dafür entschieden. Unser Budget für Vegas war ausgeschöpft und wir brauchten für zwei weitere Tage ein Hotel. Beim Check In liegt ein dezenter Ranz-chic in der Luft. Zimmer ok, Sauberkeit ok, Personal ok. Die Glorreichen Jahre des Westgate sind aber definitiv gezählt. So abgeranzt wie das Hotel ist, sind auch zum Teil die Gäste am Casinotisch. Man hat fast ein wenig Mitleid mit den verlorenen Seelen, die von einem Roulettetisch zum anderen hüpfen. Zur Ablenkung schwimmen wir einfach eine Runde im Pool, mit den Hauptdarstellern von Jersey Shore und ein paar Zigarettenstummeln die an der Wasseroberfläche rumtreiben. Problem gelöst!

Fazit: Wenn du Geld sparen willst, dann ab ins Westgate. Wobei wir glauben das du für den Preis, auch eine andere/ bessere  Alternative finden wirst. Wir haben uns während unseres Aufenthalts nicht wirklich wohl gefühlt. Deswegen Preise vergleichen und vielleicht ein Hotel buchen, dass nicht so weit weg vom Strip ist.

 

 

 

kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Bettler auf Straße  
kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image Trump Tower unsere phänomenale Aussicht auf den güldenen Palast von Donald

UNSER RÉSUMÉ DES BETTENHOPPINGS

Unser Bettenhopping in Vegas ist die Biographie eines gefallenen Popstars. Ein Höllen Rollercoaster Ritt, der anstrengend und mächtig spassig zugleich ist. Wir haben alles mitgenommen. Die standesgemäß überladenen Bling Bling Suiten, in denen wir Privatpartys zu zweit veranstaltet haben und dann natürlich den „Absturz“, bei dem wir zu guter letzt fast pleite in einem Hotel gelandet sind, was genauso gut ein Trailerpark sein könnte. Verrückte Erfahrung und durchaus empfehlenswert. Das nächste Mal hören wir aber auf Oma und heben uns das beste für den Schluss auf.

 

 

 

kids from the hill travel blog lifestyle blog usa westcoast roadtrip las vegas Hotelhopping in Las Vegas image beleuchtete Straße  

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